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Simon und Sebastian: M wie Müde, Meer, Montpellier


Die fetten Kilometer waren geschafft! Es blieben nur noch rund 75km bis ans Meer, beinahe ein Spaziergang nach den letzten drei Tagen. So beschlossen wir Tarascon etwas später als die vorherigen Tage zu verlassen und düsten gen Süden dem Meer entgegen. Es wurde jedoch relativ schnell klar, dass Simon mehr mit den Strapazen der letzten Tagen zu kämpfen hatte und, dass Sebastian in der Aussicht auf Meer weit viel mehr Motivation schöpfen konnte, wodurch wir einige Teilabschnitte einige hundert Meter voneinander getrennt fuhren. Sebastian mit Motivation und Leichtigkeit voraus, Simon keuchend und leidend hinterher. Glücklicherweise wurde das Klima in meernähe wieder etwas milder, wodurch die Nachmittagshitze nicht so ausgeprägt war. 

Der Weg führte uns durch Weinfelder, Aprikosen-, Birnen-,  Äpfelplantagen und zuletzt durch ein Naturschutzgebiet.


Nach einem Mittagessen und einer ausgedehnten Städchen-Sightseeingtour in Aigues-Mortes war es dann endlich soweit: Nach knapp 11 Tagen und 802km Velofahren, zwei gebrochenen Speichen, einem Platten und unzähligen Litern Wasser erreichten wir erschöpft, aber überglücklich, das Meer. Was für eine Leistung und was für ein Gefühl! Von der Schweiz ans Meer, wir hatten zuvor beide nicht gedacht, einmal aus eigener Kraft von der Schweiz aus ans Meer zu kommen.

Nach einer letzten Nacht im Zelt in La Grande-Motte, einem Strandgebiet neben Montpellier, radelten wir gegen Mittag die letzten Kilometer ins Zentrum von Montpellier, wo wir die nächsten Nächte bei sehr sympathischen, veloaffinen AirBnB Hosts Übernachten. Sie selbst haben den Wunsch, irgendeinmal mit dem Velo eine Weltreise zu machen. 

Nach einem ausgedehnten und wohlverdienten Nachmittagsschlaf, stiessen wir gemeinsam am lokalen Weinfest "les Estivales de Montpellier" auf unsere Reise an und liessen den Abend stilvoll ausklingen.



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