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Simon und Sebastian: Ein verhängnisvoller Fehler

Wie konnte das nur passieren? Ein letztes mal die Karte betrachtet und schon ist's geschehen: Hoch oben auf unserem Drahtesel und blind vor Vorfreude auf das Mittelmeer mussten wir nach rund 75km Fahrt die Erkenntnis erlangen, dass wir in Grenoble gelandet sind, was nun, egal wie oft man die Karte dreht, schlicht wirklich nicht an der Rhône liegt.

Wir mussten ebenfalls feststellen, dass das angepeilte Lyon gute 100km nördlicher liegt. Bei etwas Baguette mit Coeur de lyon entschieden wir, dass Nyon namentlich schon genug nahe an Lyon liegt und wir somit die ganze Strecke doch nicht wieder rückwärts zurückfahren. 

Die Strecke Chambéry-Grenoble war dennoch, mit einigen Höhenmetern, sehr angenehm zu Fahren und führte auch unerwartet am Fusse des Gleitschirmmekkas "Saint Hilaire du Touvet" vorbei, was besonders (bzw. ehrlich gesagt eigentlich nur) Simon freute. Am Nachmittag, bei Eintreffen in Grenoble, freute sich Sebastian einmal mehr den Beruf gewechselt zu haben, so durften wir bei im Hotel bei einer automatischen Rezeption einchecken, was seinen gelernten Beruf obsolet gemacht hätte.


Um unser Fehler möglichst gut auszubügeln, planten wir zuerst am nächsten Tag einen rund 60km entfernten Campingplatz anzusteuern, als wir diesen jedoch bereits um kurz vor 12:00 Uhr erreichten, beschlossen wir unsere Tagesetappe noch zu erweitern, bis kurz vor Valence, am Rhôneufer.

Diese Etappe zeigte uns viele Dinge: 

- dass die Franzosen gerade um Städte herum wunderbare Velowege haben (take notice Switzerland!),

- dass ab rund zwei Uhr die Hitze im Moment auf knapp unter 40° C steigt,

- dass ein Simon bei diesen Temperaturen rund 8 Liter Wasser auf 100km verbraucht,

- und dass bei dieser Route im Verlauf der Fahrt die Nussbäume zu Aprikosenbäume, die Alpen zu Hügeln, die wärmende Sonne zur Mörderhitze werden. Mittelmeer wir kommen!


Abschliessend möchten wir uns bei den zahlreichen öffentlichen und privaten Stellungsnahmen zur Fenistilfrage bedanken. Sebastians nasenwohlergehen war für viele wichtiger, als die Pflege von Simons Mückenstichen, der von nun an leider die Stiche direkt auf dem Schlachtfeld behandeln muss.

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