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Simon und Sebastian: Die Fenistilfrage



Zwei Menschen, zusammengepfercht auf engstem Raum, verbringen ihre ganze Zeit konfliktlos. Die ganze Zeit? Nein, eine unbeugsame Frage bleibt beharrlich bestehen. Die Fenistilfrage: „Nun sag, wie hast du’s mit dem Fenistil im Zelt? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“ Simon einerseitz, gezeichnet von den allabendlichen Kämpfen mit den stechwütigen Blutsaugermücken, möchte am Abend im Zelt, fernab vom Schlachtfeld, seine erlittenen Wunden pflegen, doch der Geruch sei der edlen Nase Sebastians zu intensiv, was er Simon bei jeder Auftragungssession zu erkennen gibt. Das einzige, worauf sie sich einigen konnten, ist, dass ihr, liebe Leser*innen, über die Fenistilfrage im Zelt entscheiden sollt, so hinterlasst uns doch im Kommentarfeld eure Meinung zu genau dieser.



Interessanterweise ist die Frage auch nach dem fünften Tag noch aktuell, so fuhren sie doch über 80km und weit mehr als 600 Höhenmeter von Nyon nach Seyssel in Frankreich.


Dies wurde wohl einzig durch das regelmässige verzehren von original französischen Baguettes möglich. Alte Legenden behaupten, es würden magische Kräfte freigesetzt werden, sobald ein Baguette am Stück verspiesen wird. Man munkelt sogar, Miraculix' berühmter Zaubertrank sei nur durch die Beigabe eines ganzen Baguettes und demanschliessenden Murmeln des Zauberspruchs aus dem "Bonne Chance 1" Französischbuchs: "Moi, toi et le baguette, nous sommes trois, nous sommes trois." Es scheint zu funktionieren.



Nach dem Erfüllen der ersten Interaktionsaufgabe und dem nächtlichen Schnarchkonzert in Seyssel, Campingplatz wunderschön direkt an der Rhône gelegen, liessen es die Beiden eher ruhig angehen, was sich jedoch zu Beginn als Trugschluss entpuppte: Gegenwindböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 40kmh liessen ihre bereits leicht brennenden Oberschenkelmuskulatur weiter übersäuern, selbst entgegenkommende Rennvelofahrer hatten bereits Mitleid mit ihnen, so warfen diese ihnen bereits aufmunternde Handgesten zu.



Gegen frühen Nachmittag liess der Wind wegen der aufziehenden Wolkendecke glücklicherweise etwas nach, so konnten sie den Lac du Bourget in gefühltem Rekordtempo umfahren und einige mitfahrende Rennvelofahrer*innen überholen. Hach diese Baguettes.

Nun nächtigen sie nach verspiesenem Burge..rrrnatürlichbaguette auf einem Campingplatz ohne Klopapier, zu lauter Livemusik von neben an, Zeltheringunfreundlichem, steindurchsetztem Boden und vielen Ameisen. Ein Glück, dass sie morgen weiter dürfen!


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