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Jasmin, Chris, Link: Peschiera del Garda

Nach einer sehr kurzen Nacht (frühzeitiges packen wird sowieso überbewertet…) machten wir uns heute Morgen auf den Weg zu unserer Feriendestination ‘’Gardasee’’. Um 07.34 ging es los mit dem Zug von Bern nach Milano. Dank reservierter Plätze mussten wir uns beim Einsteigen nicht durch die Pendlermassen kämpfen. Wie das aber so ist bei Reservationen, nehmen es die meisten Leute nicht ganz so genau wenns um den effektiven Platz im 4er Abteil geht. Die etwas ältere Dame auf meinem Platz wollte sich aber nichtmehr bewegen, und so wurden aus unseren gebuchten 2 Fensterplätzen halt ein Fenster und ein Gang, was nur insofern ein bisschen Mühsam war, weil die Tasche von Link dann allen die Beinfreiheit raubte, anstatt nur uns. Good start.



Link ist sich das Zugfahren gewöhnt und er hat sich ziemlich schnell in seiner Tasche hingelegt und weitergeschlafen. Er hat sowieso nicht ganz verstanden, weshalb wir ihn schon um 6 Uhr morgens geweckt haben. Die Fahrt nach Milano verlief relativ ereignislos. Ich weiss nicht wie, aber sobald wir aus dem Simplon Tunnel wieder rauskamen hatten wir bereits 10 Minuten Verspätung, obwohl wir pünktlich auf der anderen Seite reingefahren sind. Irgendwo muss es dort ein Zeitzonenumbruch geben, von dem niemand etwas weiss.


In Milano hatten wir dann genug Zeit zum Umsteigen in einen Zug, bei dem man endlich wieder mal die Fenster runterlassen konnte. Hach, Nostalgie. Das Klimaanlagen aus verständlichem Grund erfunden wurden merkten wir aber bei jeder Haltestelle und jedes Mal, wenn der Zug aus welchen Gründen auch immer, einfach mal ein bisschen stillstand. Ich habe generell im Sommer immer einen Fächer dabei und kann das wärmstens (oder eher kühlstens?) weiterempfehlen. Dass man andere Leute im Zug aus Prinzip ignoriert haben wir auch wiedermal bemerkt, als der Herr neben uns bei seinem Halt ohne sein Portmonee aussteigen wollte. Nach erst zögerlichen, dann ziemlich Lauten ‘’Scusi! Sorry! HEY!!!’’ drehte er sich dann doch noch um und sein irritiert-genervtes schnauben verwandelte sich dann recht schnell in ein erleichtertes ‘’Grazie, Thank you!’’



Kurz nach 1 Uhr stiegen wir dann in Peschiera del Garda aus dem Zug aus und machten uns auf den Weg in unser Hostel, welches zum Glück nicht allzu weit vom Bahnhof entfernt war. Wir haben uns für die ersten beiden Nächte für ein Hostel entschieden, weil man meistens sehr freundliche Hosts hat welche genau wissen, wo man abseits von Tourifallen einen richtigen Einblick in die Gegend bekommt. Wir wurden so auch recht herzlich von einem leicht übermüdeten jungen Mann namens Enzo an der Rezeption begrüsst. Da wir mit unserem Hund unterwegs sind haben wir uns aber gegen die klassische ‘’Gemischter Schlafsaal mit 20 Studenten auf Weltreise’’ Hostel Erfahrung entschieden und, zum Wohl aller, ein Zweierzimmer gebucht. Da unser Zimmer noch nicht bereit war machten wir es uns erst mal mit einem lokalen Bier in der Lobby gemütlich. Das Hostel machte einen sehr einladenden Eindruck. Viele Tische, an denen man mit Menschen aus aller Welt zusammen essen konnte, einen Billardtisch und Töggelikasten warteten auch auf die Gäste. Es hat zudem einen Aussenbereich mit Garten und eine Dachterrasse, auf der man bis spät abends Drinks geniessen kann. Kaum hatten wir unser Bier getrunken, rief uns Enzo quer durch die Lobby zu, dass wir jetzt in unser Zimmer durften.


Sobald wir uns eingerichtet hatten entschieden wir uns nach einer kalten Dusche erstmal für eine Siesta. Vor allem für Link war es draussen noch viel zu heiss und wir wollten es ja auch nicht gleich übertreiben.





Gegen 19 Uhr verliessen wir dann das Hostel in Richtung Zentrum. Peschiera ist ein eher kleines Städtchen, welches vom Tourismus geprägt ist, aber trotzdem einen italienischen Charme versprüht. Entlang der Kanäle reihten sich die Restaurants und Bars die sich langsam füllten. Wir manövrierten uns geschickt durch die Menge, vorbei an Selfie Sticks und kleinen Ständen die uns mit Bootstouren, Kayaks oder Stand up Boards auf den See locken wollten, und fanden schliesslich eine kleines, nennen wir es Restaurant, im hinteren Teil des Städtchens. Die kleine Karte versprach selbstgemachte Pasta und tatsächlich konnte man praktisch zusehen, wie hinter dem Tresen ständig jemand am Teig kneten war. ‘’Endlich Pasta al dente!’’, Chris war offensichtlich Happy mit seiner Wahl.



Auch meine Tortellini waren ausgezeichnet. Bei so einer leckeren Küche musste man uns dann auch nicht wirklich zum Dessert überreden. Natürlich entschieden wir uns für das hauseigene Tiramisu. Link hat seinen Hundeblick voll drauf und so kam er auch zu einem Stück Fleisch, welches der Kellner ihm aus sicherer Distanz zuwarf.



Nach dem leckeren Essen und bei deutlich angenehmeren Temperaturen machten wir uns dann noch auf einen Spaziergang durch Peschiera, dem Hafen entlang zum See und in einen kleinen Park, in dem wir Link dann auch kurz von der Leine lassen konnten.

Der erste Tag unserer Reise hinterlässt bei uns ein gutes Gefühl was unsere Entscheidung angeht, mit dem Hund in den Urlaub zu fahren und uns dabei auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlassen, auch wenn Verlässlichkeit jetzt nicht gerade ein Schlagwort für italienische Transportmittel ist ;)