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Nedzada und Dominik: von wunderschönen Stränden und Müllproblematiken

Den heutigen Tag starteten wir mit einem kurzen Sprung ins Meer, welcher von einem etwas ausgedehnterem Frühstück gefolgt wurde.

Für den ersten Teil des Tages hatten wir uns vorgenommen die Altstadt von Amasra zu erkunden. Die bereits im 9. Jahrhundert erbaute Festungsanlage, verbindet durch eine Brücke eine kleine Insel mit einer Halbinsel. Heute steht auf den alten Mauern ein malerisches Städtchen, dass sich durch seine Lage in einer nicht minder malerischen Bucht, zu einem Touristenhotspot entwickelt hat.

Nicht wie an der Südwestküste gibt es aber wenig klassischen internationalen Badetourismus. Es sind vor allem Türkinnen und Türken, die hier Urlaub machen, auch wenn sich durch die im Sommer heimkehrende Diaspora-Gemeinde auch viele westeuropäische Nummernschilder unter den Autos tummeln.



Unsere kleine Wanderung führte uns bei brütender Hitze bis auf die Spitze der Insel. Von dort oben aus hatte man einen wunderschönen Ausblick auf die kleine Stadt, das Meer und die wunderschöne Schwarzmeerküste. Nach kurzer Erholungspause machten wir uns vom Hotel aus gleich wieder auf, denn heute war Badetag.



Da uns der Stadtstrand, an dem sich Badetuch an Badetuch reihte, wenig in Verzückung versetzte, stiegen wir in ein Dolmuş in Richtung Bozköy, wo wir kurz vor dem Dorf beim „Bozköy Plajı“ ausstiegen.




Der Strand war wunderschön in einer von Wald umgebenen Bucht gelegen. Die Idylle wurde nur durch den vielen Abfall gestört, welchen von den vorherigen Besuchern achtlos zurückgelassen worden war. Da wir aber keine Sammelbehälter oder eine andere Transportmöglichkeit hatten, konnten wir zur Bekämpfung des Müllproblems nicht wirklich einen Beitrag leisten.



Man muss an diesem Punkt aber auch erwähnen, dass hier der Staat, sowie auch Private versuchen gegenzusteuern. So haben wir in Amasra zum ersten Mal eine getrennte Müllsammlung erlebt und in der Strandbar gab es ein grosses Behältnis um Flaschendeckel, die einen grossen Anteil am Meer-Plastik ausmachen, zu sammeln.



Der Strand war von diesem Umstand abgesehen aber wunderschön. Wer in das glasklare Wasser wollte, musste aber erst einen Gürtel von angeschwemmten Quallen durchqueren. Hier agierten wir Aufgrund von Erfahrungen der anderen Teams aber sehr vorsichtig (Siehe: Gabriela und Fabian: Erwischt von einer Qualle). Die Heimfahrt zurück nach Amasra entwickelte sich danach noch einmal zu einem kleinen Abenteuer, bei dem wir nach langem Warten in der Hitze schliesslich doch noch einen Platz in einem vorbeifahrenden Bus ergattern konnten.


Schlussendlich nahmen wir an diesem Tag auch unsere dritte Challenge in Angriff. Die Aufgabe war, verschiedene Personen nach ihrem Wissen über nachhaltige Mobilität zu fragen und so Fakten dazu zu sammeln. Die Aufgabe stellte sich als nicht ganz einfach heraus, da unser Türkisch zwar nicht schlecht, aber für solche abstrakten Diskussionen dann doch nicht ganz ausreichend ist. Also lauschten wir nach uns bekannten Sprachen und ergriffen dann die Möglichkeiten beim Schopf. Dies führte zu einigen spannenden Gesprächen, die sich aber um das gesamte Thema Nachhaltigkeit und die Reisesituation unserer Gegenüber drehten und weniger eine Aufzählung von „Facts“ war.


Unser erster Gesprächspartner war Jean-Pierre aus Fribourg, den wir in der Lobby unseres Hotels kennenlernten. Für ihn sei nachhaltiges Reisen in erster Linie Zugfahren. Dies tue er innerhalb Europa gerne, auch wenn es einmal etwas länger dauere. In die Türkei ist er früher auch schon mit dem Zug gefahren und sogar noch weiter nach Teheran. Heute benutze er hier aber vor allem das Busnetz, da es keine Alternative auf der Schiene gäbe. Diese würde er aber immer bevorzugen.


Später trafen wir Erica aus San Francisco. Für sie gäbe es keine Alternative als mit dem Flugzeug aus den USA hier her zu reisen, aber man könne einiges vor Ort tun. So setzt sie, wie wir in unserem letzten Blog empfohlen haben, beim Wasserkauf auf Tanks statt vieler Flaschen und sie habe gemeinsam mit ihren Freunden für den Urlaub einen Minibus mit Chauffeur organisiert, anstatt einzeln in Mietautos zu fahren. Ihr Begleiter Koray, der ursprünglich hier aus der Gegend kommt, heute aber in Amsterdam lebt, ist ebenfalls mit dem Flugzeug angereist. Zwar hat ihm seine Frau erklärt, dass das aus Gründen des Klimaschutzes die letzte Flugreise sei, er habe aber aufgrund seiner kurzen Ferien gar keine andere Wahl. Eine fünftägige An- und Abreise mit dem Zug, wie wir sie machen, liege bei seiner knappen Woche, die er frei habe, einfach nicht drin. Er finde es aber sehr falsch, dass das Fliegen so billig sei und so auch bei Destinationen innerhalb Europas, die gut mit dem Zug erreichbar wären, oft den Vorzug erhält. Auch sei die Zeitersparnis aufgrund des grossen Drumherums beim Fliegen gar nicht sonderlich gross. Er sehe aber, dass in der Türkei im Umweltbereich auch Verbesserungen stattfinden. So dürfen Plastiktüten in Supermärkten gesetzlich seit diesem Jahr nicht mehr kostenlos abgegeben werden.


Im Endeffekt war es sehr spannend von verschiedenen Personen aus verschiedenen Ländern, ähnliche Aussagen zu erhalten. So deckten sich viele Meinungen auch mit jenen, die wir schon bei unserer ersten Challenge im Zug gehört hatten.


Den Abend schlossen wir schliesslich in einem Strandcafé mit Blick auf den Sonnenuntergang bei einem leckeren Gläschen Çay ab.



Wohin unsere Reise weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Blog.


Unser heutiger Tipp fürs nachhaltige Reisen betrifft den Plastikmüll am Strand. An verschiedenen Orten der Welt gibt es Initiativen, dass jeder Strandbesucher doch drei Stücke Plastik mitnehmen soll. Dies ist zwar nur ein kleiner Beitrag, aber wenn jeder Besucher dies tun würde, würde man das Problem lösen. Also nehmt doch bei eurem nächsten Strandbesuch auch drei Stücke Abfall mit!