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Nedzada und Dominik: Murtensee statt Bosnien

Aktualisiert: Aug 7

Eigentlich wollten wir unsere Sommerferien in diesem Jahr in Bosnien verbringen, wo Nedžadas Eltern ursprünglich herkommen und noch ein Haus besitzen. Da Bosnien allerdings aufgrund der Corona-Pamdemie ab Anfang Juni nur noch Staatsbürger*innen einreisen liess zerschlugen sich diese Pläne schon lange bevor das Land auf der berüchtigten Liste des BAG landete. Da Nedžadas Eltern aber verreisten, beschlossen wir unsere Ferien in ihrer Wohnung in Murten zu verbringen. Schliesslich hat der Murtensee und das darum liegende Seeland auch einiges zu bieten und wirkt in diesen Tagen gar mediterran.


Am Dienstagabend ging es dann auch gleich nach der Arbeit nach Murten, wo wir unseren Ferieneinstieg mit einem Besuch im Openair Kino feierten. Trotz Corona-Schutzkonzept verbrachten wir einen tollen Abend im idyllisch an der Stadtmauer gelegenen Kino und tauchten direkt ins Feriengefühl ein. Gezeigt wurde der Film „Bruno Manser – Die Stimme des Regenwaldes“, der wirklich sehr zu empfehlen ist.

Openair Kino

Am ersten Tag nach unserer Ankunft setzten wir uns gut ausgeschlafen und das Frühstück noch verdauend auf die E-Bikes, die uns freundlicherweise zusätzlich zur Wohnung zur Nutzung überlassen worden waren. Da Nedžadas Wetter-App einen bewölkten Tag mit leichten Regenschauern angekündigt hatte, wurde trotz Dominiks Protest die Regenjacken und nicht die Badesachen im Gepäck mitgenommen. Tatsächlich war das Wetter auf der Fahrt um den Murtensee ziemlich freundlich, weshalb sich Dominik beim Anblick der fröhlich im See plantschenden Leute auf dem Campingplatz von Avenches dazu erbarmte die 7 Kilometer motorunterstützt zurück zu radeln, um die Regenjacken doch wieder gegen die Badesachen auszutauschen.

Für den Sprung in den Murtensee lohnte sich die zusätzliche Velotour aber auf jeden Fall. Als ganz unbegründet erwies sich die Angst vor dem Regen jedoch nicht. Allerdings hatten wir bei der restlichen Fahrt um den See aber immer das Glück, dass wir über nasse Strassen fuhren, über welche die Regenwolken bereits hinweggezogen waren oder losfuhren bevor die nächste Front uns erreichte. Abgesehen vom Sprung ins Wasser blieben wir also trocken. Nach dem Baden führte unsere Tour an der Nordseite des Murtensees entlang über den Mont-Vully ins Becken des Neuenburgersees. Dann folgten wir wiederum dem Kanal, welcher den Neuenburgersee mit dem Murtensee verbindet. Wieder am Murtensee angekommen, gönnten wir uns eine Verschnaufpause im schönen Bistro des Campings Muntelier. Als wir unser kühles Getränk auf einem Steg genossen, zog gefühlt die vollständige Tierwelt des Murtensees an uns vorbei. Darunter auch eine über einen Meter lange Wasserschlange, deren Bild später unter Nedžadas Murtner Verwandtschaft und Freunden Angst und Schrecken verbreitete.

Am Abend trafen wir uns dann noch im Murtner Städtli mit Freunden zum Abendessen, was den langen aber auch sehr ereignisreichen Tag abrundete.


Am nächsten Morgen, ok wohl eher Mittag, machten wir uns mit Nedžadas Nichten auf zum Velo-Golf. Einer in Murten einzigartigen Beschäftigung, von der Dominik eine Arbeitskollegin berichtet hatte. In Murten selbst schien aber noch nie jemand davon gehört zu haben. Beim Velo-Golf handelt es sich um eine Art wildes Minigolf, bei dem 18 Löcher rund um den See gespielt werden können. Die Strecken zwischen den Löchern legt man selbstredend mit dem Velo zurück. Die Strecke ist dabei so ausgelegt, dass man gleichzeitig auch eine Sightseeing-Tour absolviert. So gibt es etwa Löcher unter dem Denkmal zur Schlacht um Murten oder beim römischen Amphitheater von Avenches. Als wir im Veloverleih Murten unsere Schläger abholten, machte uns der Vermieter darauf aufmerksam gut aufzupassen, da man schnell einmal ein Loch verpassen könne. Also legten wir los und schlugen uns ganz gut.


Nach den 7 Kilometern beim Camping von Avenches waren Nedžadas Nichten schon etwas müde, mit elektrischer Anstossunterstützung schafften wir aber noch die Löcher in Avenches selber und eines beim Campingplatz von Salavaux. Von den sieben Löchern, die es auf dieser Strecke gab, fanden wir nur eines nicht, was uns später das anerkennende Kopfnicken des Velovermieters einbrachte. Tatsächlich war die Beschilderung eher dürftig und die Suche nach dem richtigen Weg oft herausfordernder als die Löcher selbst. Trotzdem war es ein spassiger Nachmittag. Am Strand von Salavaux endete dann unsere Velogolf-Tour mit einer Abkühlung im See. Dies am nach eigener Aussage längsten natürlichen Sandstrand an einem Süssgewässer in Europa. Nach dem obligatorischen Glacé ging es dann wiederum mit elektrischer Anstossunterstützung zurück nach Murten.

Am nächsten Tag war unser Programm dann eher etwas gemütlicher und wir verbrachten die Zeit mit Lesen und Ausruhen im „Blumenparadies“, wie der Balkon von Nedžadas Eltern von einem Nachbarn bezeichnet wird. Am Nachmittag machten wir uns dann aber doch nochmal auf zum See und mieteten uns ein Kajak. Mit diesem ging es dann weit hinaus bis fast auf die Seemitte, von wo aus man noch einmal einen ganz anderen Blick auf die wunderschöne Altstadt von Murten und die Umgebung hatte. Obwohl wir keine Uhr dabei hatten schafften wir es nach unserer Paddelrunde dann auch das Kajak genau nach einer Stunde wieder zurück zu bringen. Das Kajak kann man natürlich aber auch länger mieten. Am Abend packten wir dann schon wieder unsere Sachen, um wieder nach Hause zu fahren. Dies aber nur um dann gleich am nächsten Morgen wieder zu einem anderen See aufzubrechen...