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Nedzada und Dominik: Erste Erlebnisse in Istanbul

Nach unserer Ankunft am Istanbuler Bahnhof Halkalı ging es mit der Metro ins Stadtzentrum. Mit der Ausnahme, dass Nedzada im Lift ohne Licht stecken blieb, verlief die Ankunft in unserem Hotel völlig reibungslos. Am Nachmittag trafen wir dann unsere Freundin Serap, die in Istanbul lebt. Mit ihr gingen wir Kuchen essen, Nedzada hatte ja Geburtstag, und verbrachten den restlichen Tag beim gemütlichen Beisammensitzen.


Den nächsten Tag starteten wir bei türkischem Frühstück mit Blick auf den Bosporus. Danach trafen wir Niculin, einen Freund aus Basel (der heute übrigens drei Mal Kuchen gegessen hat). Wir machten uns zu Fuss zu den alten griechischen Vierteln Fener und Balat auf, die wir nach einer guten Stunde erreichten. Dort bestaunten wir die bunten Häuser aus der Zeit des osmanischen Reiches. Bei der verdienten Pause schüttete der Kellner Dominik seine Limonade aus Versehen beim Servieren über die Hose. Diese Situation schien aber für den Kellner schlimmer zu sein als für Dominik selbst. Zur Wiedergutmachung wurde dann auch ein süsser Börek spendiert.


Ausserdem absolvierten wir an diesem Tag auch unsere zweite Challenge, welche uns vom Join the Journey-Team erreicht hatte. Inhalt der Aufgabe war, Selfies mit so vielen nachhaltigen Verkehrsmitteln wie möglich zu knipsen. Dachten wir zumindest. Denn Dominik war vor lauter Ankunftsfreude anscheinend nicht in der Lage die Aufgabe richtig zu lesen (bitte die Interaktionsaufgaben wieder Nedzada schicken). Wie wir später merkten, hätten wir eigentlich gemeinsam mit Benutzer*innen dieser Verkehrsmittel posieren sollen.


Allerdings erblickten wir, als wir schon enttäuscht auf unser Nachtessen warteten, plötzlich zwei Radfahrer, was in Istanbul wirklich eine sehr sehr seltene Erscheinung ist. Also stürmten wir auf sie zu und konnten uns so doch noch ein Selfie sichern. Die Beiden waren dann nicht weniger begeistert von diesem Foto, so dass wir es ihnen per WhatsApp zuschicken mussten.


Aber zurück zu unserem ersten Versuch. Während wir uns stilsicher im Touristenmodus vor dem „Tünel“, der zweitältesten U-Bahn der Welt, der alten Strassenbahn auf der Istiklal Caddesi, dem normalen Tram und der Leihvelo-Station posierten, brach über das „Vapur“ eine Diskussion aus.



Die Fähren in Istanbul werden nämlich mit ziemlich dreckigem Schiffsdiesel betrieben, dessen Abgase man auch in der Luft riecht. Trotzdem sind sie aber ein zentrales Element im Istanbuler Verkehrssystem und befördern vor allem zwischen den beiden Kontinenten jeden Tag tausende von Menschen. So werden auch tausende von Einzelfahrten in Autos verhindert. Darum konnten wir uns auch auf das „Vapur“ als nachhaltiges Verkehrsmittel einigen, da es trotz allen Nachteilen effizient ist. Durch diese Diskussion haben wir gemerkt, dass es gar nicht immer so klar ist, was man als „nachhaltig“ bezeichnen kann, da hier eine völlig andere Lebensrealität herrscht als etwa in der Schweiz. Deshalb möchten wir gerne von den Leser*innen dieses Blogs wissen, wie sie in diesem Fall Nachhaltigkeit definieren würden. Gerne dürft ihr eure Meinung mit der Kommentarfunktion kundtun. Wir sind gespannt auf eure Beiträge!


Den Tag schlossen wir dann in der „Falafel Zone“ mit einem leckeren Falafel-Dürüm ab. Auch hierzu möchten wir etwas loswerden. Die türkische Küche ist vor allem für fleischreiche Gerichte bekannt. Dementsprechend ist es auch nicht immer ganz einfach vegetarische Alternativen zu finden. Die Suche lohnt sich aber sehr, denn es gibt viel zu entdecken. Von „Imam bayıldı” (der Imam fiel Ohnmacht), über die bekannten Gerichte wie Käse-Pide, Börek, bis hin zu Frühstücksgerichten wie „Menemen“. Die Liste ist endlos lang, aber in den touristischen Restaurants findet man solche Gerichte eher selten. Also nehmt euch Zeit, die Stadt kulinarisch zu entdecken und dabei Dinge zu finden, die man nicht erwarten würde.

Unser heutiger Tipp für nachhaltiges Reisen ist eher eine Entdeckung, als ein Tipp. In einem Laden haben wir nämlich einen Bleistift mit zwei Leben gefunden. Ist der Bleistift vom Schreiben nämlich fast aufgebraucht, kann man ihn in einen Topf stellen und es wächst eine Pflanze daraus. Ein tolles Mitbringsel, das sicher verwendet wird und nicht in der Schublade mit dem unnötigen Kram verstaubt.


PS. Ratet Mal wie Nedzada wieder aus dem Lift gekommen ist.

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