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Marie: Eine Sammlung von nachhaltigen Reisegeschichten

Beim Sammeln von nachhaltigen Reisegeschichten unterwegs im Harz behalf mir zuerst Gabriel, ein 19 jähriger Schüler, der gerade wie viele andere junge Menschen auf dem Weg zum Technofestival war. Er sprach uns vor dem Bahnhof an und ich wollte die Gelegenheit für die Lösung meiner ersten Interaktionsaufgabe nutzen. Aus dem Stegreif heraus erzählte er mit beeindruckenden Storytelling-Fähigkeiten, wie er sich auf einen Urlaub mit seiner Mutter in der österreicherischen Steiermark eingelassen hat. Sein nachhaltiges Reise-Highlight verdankte er dem Wirt der kleinen Pension, in der sie untergebracht waren: So gab dieser ihnen den Tipp für eine besonders schöne Wanderung hinauf zu einer Alm an einem Bergsee. Das mussten sie sich nicht zwei Mal sagen lassen und machten sich auf den Weg. Angekommen inmitten der idyllischen Natur entpuppt sich die Alm als Hof, die in ihrem Gasthof selbst angebautes, saisonal-regionales Essen anbieten. Gabriel gönnt sich eine deftige Brotzeit, blickt über die atemberaubende Landschaft. Dabei wird ihm bewusst, dass der Satz auf dem Holzschild über ihm sein Gefühl auf den Punkt bringt: "Endlich Ruhe.‘‘ Gabriel und seine Mutter sind zwar mit dem Auto angereist, er kann sich aber gut vorstellen, beim nächsten Trip in die Berge auf die Öffis zurück zugreifen.

Gabriel


Die nächste nachhaltige Reisegeschichte teilte Julius, den wir im Zug kennenlernten, mit mir. Er hielt sich kurz und erzählte von seinem Urlaub mit Kumpels in Spanien und Frankreich, den sie recht unabsichtlich nachhaltig gestalteten: Da das Surfen der Mittelpunkt des Urlaub sein sollte, informierten sie sich über den Transport der Bretter und fanden heraus, dass die Mitnahme von Sportgeräten in den Öffis viel einfacher und günstiger als im Flugzeug ist. Deswegen reisten sie fortan mit Bus und Zug durch verschiedene Orte an der Küste. Julius erklärte, dass sie in dem Urlaub zwar letztendlich wegen dem Wetter und der Lust auf Feiern recht wenig zum Wellenreiten gekommen sind. Aber er ist froh, dass er gemerkt hat, dass Urlaub ohne Fliegen möglich ist.

Julius



Schließlich treffen wir im Bus Sebastian, Annek und Joshua, die unsere Sammlung mit der Geschichte ihres nachhaltigen Familienurlaubs bereichern. Wir kommen mit Ihnen sofort ins Gespräch, da im Harz kaum Reisende die Öffis nutzen und die kleine Familie deswegen die Chance ergreift, sich mit uns auszutauschen. Auf unsere Frage hin, was sie denn gerade in der Region machen, erklären sie, dass sie sozusagen auf den Fußspuren ihres Papas Sebastian unterwegs sind. Der hat in Jugendjahren mit den Pfadfindern eine Wandereise durch den Harz mitgemacht und diese in solch positiver Erinnerung behalten, dass er die Erfahrung auch seinen Kindern ermöglichen möchte. So sind sie also hauptsächlich zu Fuß unterwegs, erkunden das Gebirge und schlafen nachts in Schutzhütten in der Natur. Nach einigen anstrengenden Tagen möchten die drei sich nun etwas Pause und Komfort gönnen, weswegen sie eine Zeit lang in Quedlinsburg eine Ferienwohnung beziehen und die Sehenswürdigkeiten der Stadt entdecken wollen. Sebastian erzählt ferner, dass für ihn das Wandern die beste Art zu Reisen ist, da man auf keine andere Weise so viel von einem Ort mitbekommt. Besonders begeistert mich zu sehen, mit welcher Freude und Ausdauer die beiden Kinder den Urlaub mitmachen und mit strahlenden Augen von ihren bisherigen Erlebnissen und kommenden Plänen berichten.

Sebastian, Annek und Joshua

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