• Ökozentrum

Marie: Ein nachhaltiger Tag in Berlin

Als ich einen Tag in Berlin verbrachte, machte ich es mir zur Mission, nachhaltige Möglichkeiten für den Städtetrip herauszufinden. Einiges davon ist sicherlich auch gut in anderen Städten umsetzbar. Im Endeffekt schaffte ich doch nicht alles, was auf meiner Liste stand, da ich mir nach der ersten Woche Zeit zum Wäsche waschen, Freunde anrufen und Ausruhen nehmen wollte. Viele der Tipps habe ich schon auf vorherigen Berlinreisen angewendet, sodass trotzdem ein kleiner ,,Green-Guide“ für einen nachhaltigen Tag in Berlin entstehen konnte:


Mobilität:

Die Anreise ist von den meisten Städten bequem mit Bus oder Zug machbar. Sowohl die Schweizer als auch die Österreichische Bahn bieten dabei praktische Nachtzüge an.

Was die innerstädtische Mobilität angeht, ist Berlin ein Paradis. Man hat die Wahl zwischen verschiedensten Verkehrsmitteln und Anbietern: Von den klassischen Öffis bis hin zu Leihrädern, E-Scootern und E-Rollern sowie Carsharing ist für jeden Anlass das Richtige dabei. Ich entschied mich für das Bikesharing, welches von der Deutschen Bahn und Lidl angeboten wird. Das geht einfach und ist günstig: Anmelden und App runterladen genügt und schon können die in der Stadt verteilten Räder genutzt werden. Der grüne Fahrspaß kostet einmalig 3 Euro für die Registrierung und anschließend 1- 1,50 Euro pro 30 Minuten. Für Leute, die eine längere Zeit in Berlin verbringen und gerne ein beständiges Rad fahren möchten, kann das Angebot von Swapfiets passend sein. Dort bekommt man für 19,50 Euro einen Monat lang ein hochwertiges Rad geliehen, anfallende Reparaturen inklusive.



Unterkunft:

Die Unterkunftswahl stellt mich besonders bei Städtereisen immer wieder vor große Herausforderungen: Einerseits da Hotels, die auf Nachhaltigkeit ausgelegt sind, leider meist außerhalb meines Budgets liegen. Andererseits, da durch den Bau von immer mehr Touristenunterkünften und der Verwendung bestehender Wohnungen als Airbnb-Unterkünften der Wohnungsmarkt in den Metropolen immer stärker strapaziert wird. Das löst dann wiederrum vielschichtige soziale Probleme aus.

Ich habe deswegen beschlossen, dass ich so lange ich mir wirklich nachhaltige Hotels nicht leisten kann, so gut es geht bei Privatpersonen nächtigen möchte. In Berlin habe ich da das große Los gezogen, da ich mit meiner Schwester einen innerfamiliären Couchsurfinghost zur Verfügung habe. Wer dieses Glück nicht hat, kann aber über z.B. über die Plattformen Couchsurfing oder der Trustroots einen Schlafplatz bei einem netten locals finden: https://www.couchsurfing.com/ und https://www.trustroots.org


Das leibliche Wohl:

Berlin bietet mit seinen zahlreichen Cafes & Restaurants unzählige Möglichkeiten, um richtig gut zu schlemmen. Auf nachhaltige Art und Weise geht das u.a. so:

Zunächst einmal ist eine Berlinreise eine klasse Chance, um veganes/vegetarisches Essen auszuprobieren und dabei eine neue Perspektive auf die persönliche Bedeutung von tierischen Produkten zu gewinnen.



Zudem gibt es super viele Restaurants, die auf der Plattform ,,Too Good to Go“ mitmachen. Auf dieser werden kurz vor Ladenschluss die Essensreste für günstige Preise angeboten. So muss weniger Nahrung weggeschmissen werden. Eine schöne Möglichkeit ist zudem ein Einkauf in einem der ,,Sirplus“ Supermärkte. Dort können sowohl frische als auch verarbeitete Lebensmittel, die bereits das häufig überfrüh angesetzte Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben, gekauft und somit vor dem Müll gerettet werden.



Der Einkaufsbummel:

Oft ist ein Städtetrip mit einem Einkaufsbummel verbunden. Die neuen Errungenschaften müssen aber nicht unbedingt auf Kosten von Umwelt und Mensch gehen, gerade in Berlin gibt es etliche Möglichkeiten, um gebraucht oder fair gehandelte Kleidung zu erwerben. Das geht z.B. jeden Sonntag auf dem Mauerparkflohmarkt oder in einem der vielen Vintageläden. Besonders gerne mochte ich die verschiedenen Humana-Läden sowie Pauls Boutique und Vintage Revivals in Prenzlauer Berg.



Sensibilisierung durch Kulturangebote:

Zudem verfügt Berlin über ein riesiges kulturelles Angebot, dass in vielen Fällen sozialkritisch ausgelegt ist. Die Filme, Ausstellungen, Theaterstücke etc. können zur Perspektivenerweiterung anregen und für verschiedenste Problematiken sensibilisieren. Besonders gut gefallen mir die Freiluftkinos, dort habe ich die Filme ,,Females Pleasure“ (rund ums Thema Feminismus) und ,,die Mission der Lifeline“ (zum Thema Seenotrettung von Geflüchteten) angeschaut. Das Programm beinhaltet auch immer wieder Filme zu ökologischen Themen.


So, die kleine Sammlung an Tipps ist nur ein Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, um einen Städtetrip nachhaltig zu gestalten. Aber vielleicht kann er zeigen, dass Umweltschutz auch abseits der Natur in den großen Metropolen umsetzbar ist 😊

0 Ansichten