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Marie: Auf nach Berlin und Brandenburg und die Entdeckung neuer Mobilitätsmöglichkeiten

Wo es nach dem Friedenshof hingehen sollte, stand noch offen. Ich verbrachte viele Stunden vor dem Laptop und sah den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr: Die unzähligen Möglichkeiten wie Nordsee, Ostsee, ein Trip nach Polen machten die Entscheidung nicht leicht und zudem erschwerte die Hochsaison die Suche nach passenden Unterkünfte. Also entschied ich mich für die einfachste Variante und nutze erneut das Sommerticket der deutschen Bahn, um nach Berlin zu gelangen. Dort wohnte seit wenigen Tage meine Schwester und ich hatte zudem Lust, mal das Umland der Metropole zu entdecken. Nachdem ich schon einige Male in der Stadt selbst unterwegs war, war die Brandenburger Umgebung neu für mich. Und ich wurde nicht enttäuscht!



Ein Sonntagsausflug zum Spreewald

Auch Lena hatte Lust, für einen Tag Abstand vom Trubel der Großstadt zu nehmen und hinaus in die Natur zu fahren. Wir entschieden uns für einen Trip in den Spreewald, einem Biosphärenreservat mit zahlreichen Flüssen und Wäldern. Mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket waren wir in rund einer Stunde Zugfahrt in der Stadt Lübben angelangt. Dort mieteten wir ein Kanu und paddelten bei Sonnenschein durchs Grüne. Das war so schön, und auch das Kanu fahren machte Spaß – vielleicht ist das aus eigener Kraft betriebene Boot auch eine Idee für kommende Urlaube. Zur Belohnung kehrten in das Cafe und Hotel ,,Strandhaus“ ein, dass mit dem Siegel ,,Green Pearls“ ausgezeichnet ist. Angesichts der Umweltschädlichkeit von Hotellerie und Gastronomie – u.a. enorme Produktion von Müll, Berge an weggeworfenen Lebensmitteln, hoher Energieaufwand – wollten wir eine nachhaltige Alternative entdecken. Das Strandhaus verfolgt verschiedene Schritte für mehr Nachhaltigkeit.



Dazu zählt u.a. die vollständige Nutzung von Ökostrom, die Reduktion von Einwegartikeln und die Verwendung regionaler Lebensmittel. Zudem werden die entstehenden CO2-Emissionen kompensiert. Wie wurden begeistert: Das Essen schmeckte fein, die MitarbeiterInnen waren superfreundlich, die Aussicht aufs Wasser perfekt und auch die Preise vollkommen human.




Eine Radtour durch die Uckermark mit Halt auf einem Demeter-Bauernhof

Nachdem ich den nächsten Tag in Berlin unterwegs war hatte ich bereits die Nase voll vom Städteleben und beschloss, am Dienstag wieder raus in die Natur zu fahren. Das Umland von Berlin hat mit seiner einzigartigen Seenlandschaft einiges zu bieten.



Ich entschied mich für einen Radausflug in die Uckermark und war in rund vierzig Minuten mit dem Zug bereits in der Natur angelangt. Auf meinem Tagesplan stand ein Besuch des ,,Ökodorfs Brodowin“, einem Demeter-Bauernhof, auf welchem man Einblicke in die Landwirtschaft sammeln kann. Mit dem Rad angekommen entdeckte ich zunächst den nett eingerichteten Hofladen, gönnte mir eine warme Suppe und versorgte mich mit Vesper aus eigenem Anbau.



Ein Wolkenbruch setze ein und ich wartete einige Zeit unter dem Dach, wobei ich die Pause für die Lösung der zweiten Interaktionsaufgabe nutze: Heike aus Kassel schrieb eine Postkarte an meine Verwandten und erfuhr so über unser Projekt. Aber auch ich erfuhr etwas über ihre nachhaltige Art zu reisen – und zwar am liebsten mit dem Fahrrad, denn auf keine andere Weise sieht man ihrer Meinung nach mehr von einem Ort. Zudem genießt sie die Entschleunigung auf dem Rad und die Möglichkeit, einfach überall anzuhalten und die Plätze aufzusaugen. Derzeit war sie mit ihrem Mann auf einer einwöchigen Radtour durch die Uckermark unterwegs, auf welcher sie schöne Städtchen, traumhafte Landschaften sowie Storche und Wildvögel bestaunten.



Nach Ende des Regens schaute ich mich auf dem Hof um. Die Ställe können besichtigt werden und die Herstellung von Käse und anderen Milchprodukten kann durch eine große Fensterfront beobachtet werden. Das Ökodorf Brodowin ist eine tolle Möglichkeit, um einen Einblick in die biodynamische Landwirtschaft von Demeter kennenzulernen. Da ich mir zur Zeit Gedanken darüber mache, ob ich die Haltung von Tieren im Generellen überhaupt unterstützen möchte, löste der Spaziergang über den Hof bei mir dennoch gemischte Gefühle aus.


Anschließend ging die Radtour erst richtig los und überraschte mich mit der malerischen Landschaft der Uckermark.



So eine Schönheit hatte ich nicht erwartet und ich entdeckte unzählige einsame Seen zwischen goldenen, hügeligen Feldern – eine perfekte Mischung aus Toskana und Skandinavien sozusagen. Auch die Mundräuberin in mir kam durch die vielen Pflaumen- und Apfelbäume auf ihre Kosten. Schließlich schwamm ich im unglaublich klaren Wasser des Parsteiner Sees in der Abenddämmerung (See Nummer 4 auf der Reise!) und mir wurde klar, dass es nicht immer das Meer für den Sommerurlaub sein muss. Es war so ein schöner Ausflug und zeigte mir, dass Deutschland viel mehr zu bieten hat, als ich zunächst erwartete. Auch das Radfahren machte mir super Spaß und ich schmiedete bereits die ersten Pläne für Wochenendtrips mit dem Rad von Zuhause aus.



Eine Reise nach Brandenburg ist somit definitiv eine Empfehlung wert! 😊

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