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Jasmin, Chris, Link: Reise nach Riva del Garda

Nach 2 gemütlichen Tagen in Peschiera wurde es Zeit, uns vom Hostel und seinen Gästen zu verabschieden. Enzo war auch beim Check out und wollte wissen, wohin wir als nächstes gehen. ‘’Riva del Garda’’. Er empfahl uns sogleich, dass wir mit der Fähre über den See nach Riva fahren sollten. Wir hatten es uns im Vorfeld auch überlegt, entschieden uns dann aber aus mehreren Gründen dagegen.


1. Link ist keine Wasserratte. Als er vor 2 Jahren zu uns kam, hielt er von Allem, was auch nur in geringster weise wie Wasser aussah, einen Meter Abstand. Mittlerweile geht er zwar gern ans Wasser, und manchmal auch bis zum Bauch hinein, aber wir wollen Ihn nicht gleich mit einer 3 Stündigen Schifffahrt überfordern.

2. Der Preis der Fähre wäre etwa das doppelte der Busfahrt.

3. Die Emissionen. Nicht nur weil wir mit ‘’Join the Journey’’ unterwegs sind, versuchen wir wenns geht Emissionen einzusparen. Und Bus geht da nun mal klar vor Fähre.


Somit stiegen wir dann kurze Zeit später mit Gepäck und Hund in einen Linienbus ein, welcher uns nach Garda und von dort nach Riva bringen würde. Etwas zum Kauf von Tickets für Bus etc. in Italien: Der Busfahrplan ist zwar da, aber ‘’Alle Angaben ohne Gewähr’’ sollte hier wirklich beachtet werden. ‘’TICKETS HERE’’ ist ein Schild, welches man eigentlich nicht missverstehen kann. Nur ist HERE für die Italiener offensichtlich ein buchstäblich weitläufigerer Begriff, als für uns. ‘’HERE’’ war nicht am Bahnschalter, nicht beim Info Schalter, nicht, wie nach Angaben eines Hilfsbereiten Mannes, im Bahnhofskiosk, sondern ‘HERE’’ stand in Form eines Kleinen Automaten im hintersten Teil des Bahnhofs. Abfahrtszeiten sind auch eher grobe Ideen. Wer also irgendeinen Termin hat, sollte sicher frühzeitig aufbrechen. Busfahrer sind immer gestresst, aber es ist ihnen egal, ob man Hunde dabeihat, solange man beim Einsteigen nicht rumtrödelt.



Wenn man dann die Quest ‘’Busticket kaufen’’ erfüllt hat, auch irgendwann ein Bus ankommt und man es sogar geschafft hat, sich einen Platz zu ergattern, dann bleibt einem auf der Fahrt nichts anderes mehr, als die Aussicht entlang dem Garda See zu geniessen. Es wäre sicher eine tolle Strecke für eine Radtour, dachte ich. Das einzige was die Sicht ein wenig mit Wehmut trübte war, dass die Strasse wirklich mehr oder weniger dem Seeufer entlangführt. Es gibt zwar zum Teil kleine Strände oder Böschungen auf denen der Oleander in Büschen wächst, und manchmal auch ein Steg mit ein paar Booten und einem Parkplatz, doch abgesehen von den paar kleinen Ortschaften entlang des Sees, gibt es kaum etwas zwischen Asphalt und Wasser.


Im Bus hatten wir eine weitere Gelegenheit an unserer Challenge zu arbeiten, da wir definitiv nicht die einzigen Touristen waren.


Etwa um 2 Uhr hatten wir es dann geschafft und kamen in Riva del Garda an. Wir mussten noch mindestens eine Stunde warten, bis wir einchecken konnten, und so entschlossen wir uns für ein kleines Zmittag in einem echten Italienischen Irish Pub (Anm. der Autorin: Ich habe immer ‘’Ein Bier in einem Irish Pub’’ auf meiner Ferien To Do Liste, egal, wohin es geht. Irish Pubs gibt es überall. Andere kaufen sich immer das Gleiche Souvenir oder sammeln Sand und Muscheln am Strand, ich trinke ein Bier im Irish Pub).


Gerade als wir bezahlen wollten, fing es an, ein bisschen zu regnen. Wir waren etwa 10 Minuten von unserer Unterkunft entfernt und machten uns auf den Weg, denn es sah aus, als würde es gleich so richtig losgehen. Eigentlich hatte ich mich auf ein bisschen Regen gefreut, schliesslich waren die letzten Tage sehr heiss und trocken dank der Hitzewelle, doch der Platzregen verwandelte sich in ziemlich kurzer Zeit in einen Hagelsturm. Wir flüchteten uns zusammen mit anderen Menschen unter in den Eingang eines Motorradladens. Der tätowierte Verkäufer schien etwas verwirrt ab dem plötzlichen Schwall von Kunden die offensichtlich nicht seinem üblichen Klientel entsprachen.



Link hat sich immer mal wieder ein Hagelkorn geschnappt um damit zu spielen. Als sie dann aber grösser wurden machte er einen Rückzieher in seiner Box. Er hat zum Glück nicht Angst wenns gewittert, aber Hagel in dieser Form war etwas Neues für ihn.



Nach ein paar Minuten war dann das gröbste vorbei und wir eilten die letzten paar hundert Meter durch den Regen. Irgendwann standen wir in einer kleinen Gasse vor einer verschlossenen Tür. Es hatte keine Rezeption und so rief ich die Nummer auf dem Schild an der Tür an. Nach kurzen Kommunikationsschwierigkeiten (komisch, wenn die Leute an einem Ort besser Deutsch als Englisch verstehen) und italienischen 5 Minuten, war dann unser Gastgeber, Paolo, zur Stelle um uns unser Zimmer zu zeigen. Es war in der Tat ein kleines Zimmer mit Bad und kleinem Eingangsbereich im ersten Stock eines Hauses das mit Ferienwohnungen gefüllt war. Da es immer noch am Regnen war und wir uns schon ein bisschen daran gewöhnt haben, entschieden wir uns wieder für eine Siesta. Auch Link war das gerade recht. Er ist zwar ein Energiebündel, aber er ist auch ein Hund, der 18-20 Stunden am Tag rumliegt und schläft.



Der Eingang zu unserem Zimmer ist in einer Nebengasse sehr nahe beim Zentrum. So waren wir nach einmal Abbiegen gleich von Restaurants, Souvenir Shops und Gelaterias umgeben. Wir schlenderten ein wenig durch die Strassen zum See und genossen das etwas kühlere Wetter. Link ist dabei ein ziemlich talentierter Reiseführer. Wir liessen ihn entscheiden welche Abzweigung wir nehmen, wo wir etwas länger rumstehen und uns die schönen Gebäude ansehen und irgendwie auch, in welches Restaurant wir gehen. Es mag zwar viele hundefreundliche Restaurants geben, doch uns stellt sich auch immer die Frage, wie wohl ist es Link dort und wie praktisch ist das Restaurant aufgebaut, um auch dem Hund etwas Ruhe zu gönnen. Auch mal eine etwas andere Art, eine Stadt zu erkunden. Vielleicht schreibe ich da mal einen Reiseführer dazu ;)



Nach dem Essen konnte sich Link dann noch an einem ruhigen Ort am Strand austoben und das Wasser anbellen. Im Vorfeld hatte ich meine Bedenken, ob vielleicht das Reisen mit Hund, ohne Auto oder Wohnmobil, nicht doch stressig werden könnte. Doch ich realisierte wie entspannend es ist einen ‘’limitierenden’’ Faktor dabeizuhaben. Dazu kommt natürlich auch das gewisse Entscheidungen schon allein durch den Plan, möglichst ökologisch zu reisen, vorweggenommen werden. Die Speisekarte ist zu gross und man kann sich nicht entscheiden? Wenn man nur noch die Wahl zwischen Vegi oder Veganem essen und lokalen Zutaten hat, dann wird dass alles plötzlich viel einfacher, und günstiger ;)