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Jasmin, Chris, Link: Letzter Halt Manerba

Nach ein paar sehr erholsamen Tagen in Gaino verabschieden wir uns von Sonia. Sanft, aber bestimmt, drückt sie uns nach dem Frühstück noch ihr Gästebuch in die Arme. Ich überfliege kurz ein paar ältere Beiträge und schrieb dann auch noch ein paar nette Worte über sie und ihre Gastfreundschaft hin. Heutzutage sind die meisten Gästebücher ja digital, aber so ein richtig echtes Gästebuch ist halt schon viel persönlicher.


Es ist ein bisschen bewölkt und es geht bergab, deshalb sind wir schon nach knapp 30 Minuten wieder bei der Bushaltestelle. Wir haben noch etwa eine Stunde Zeit und laufen einen Teil der Strecke durch Maderno, gönnen uns zum Zmittag ein Gelati und steigen dann in den Bus ein, der uns nach Manerba und somit unsere letzte Station bringen wird. Die Fahrt ist angenehm und führt dieses Mal eher ein bisschen durchs Hinterland und weniger direkt dem See entlang. Nach 10 Tagen See Sicht finden wir das auch gar nicht so schlimm und freuen uns auch noch einen anderen Teil der Gegend zu entdecken.

Von der Bushaltestelle laufen wir knapp 4 Kilometer durch Montinelle nach Lido di Manerba. Die Aussicht auf den See ist natürlich wieder super und wir freuen uns auf eine wohlverdiente Abkühlung.

Zuerst kommt aber noch der Check-in ins Bed & Breakfast. Es befindet sich gleich hinter dem Campingplatz am Strand in einem schönen Haus mit Garten. Die Besitzerin, Patrizia, begrüsst uns herzlich und führt uns herum. Nachdem wir uns im Zimmer ausgebreitet haben (es ist erstaunlich wie schnell man ein Chaos im Zimmer hat obwohl man ja eigentlich relativ wenig Gepäck dabei hat) machen wir uns auf den Weg zum Strand. Im Vorfeld habe ich gelesen, dass es hier in der Nähe einen Hundestrand hat. Das ist technisch gesehen auch wahr, nur leider handelte es sich um ein paar Quadratmeter grosser, mehr schlecht als recht eingezäunter Bereich.

Sonst sind Hunde von 09:00-19:00 nicht wirklich erlaubt am Strand, obwohl das eher lasch umgesetzt wird. Link wars egal und freute sich über die Abkühlung genauso wie wir. Das Wasser im Gardasee ist wirklich sehr klar und man kann noch lange den Boden sehen. Ein schönes Beispiel dafür, dass es sich lohnt, der Umwelt Sorge zu tragen. Wir sind ja von zuhause aus eher verwöhnt mit der Aare fast vor der Haustür aber der Gardasee ist natürlich auch nicht schlecht ;)


Am nächsten Tag machen wir uns auf und erkunden die Gegend. Der Strand ist mehr oder weniger umgeben von Campingplätzen und Bars, und wir entscheiden uns für die andere Richtung und rauf ins Dörfchen Montinelle.

Auf einem Parkplatz entdecken wir einen Container zur Entsorgung von ‘Pflanzlichem Öl’, und in dem kleinen Dorfladen ist man mittlerweile auch auf ‘biologisch abbaubare’’ Einkaufstaschen umgestiegen.

Zudem sehen wir hier vermehrt getrennte Abfalleimer, die zwar immer noch nicht unterscheiden zwischen PET und anderem Plastik, dafür gibt es hier speziell solche für Alu Dosen. Man wird auch etwas schräg angesehen, wenn man beim Bestellen eines Drinks darauf hinweist, dass man kein Röhrchen will, aber bei den meisten klappts dann trotzdem, wenn auch erst beim zweiten Hugo. Ich glaube einen grossen Teil des vermeidbaren Abfalls wird einem hier mehr oder weniger in die Hand gedrückt. Plastikgeschirr, Einwegbecher wenn man ein Getränk kauft, Servietten, Plastiksack für Kleinigkeiten, Plastiklöffelchen wenn man beim Gelati bestellen nicht aufpasst und sie im Becher bekommt… wenn man weiss auf was man achten muss, lässt sich schon so einiges vermeiden.


Nach unserer Erkundungstour gönnen wir uns ein ausgiebiges Abendessen in einem Restaurant das den Eindruck macht, kein Tourimagnet zu sein, was sich aber ziemlich bald als Irrtum rausstellt beim Versuch italienisches Bier zu bestellen. Das gibt’s hier nämlich nicht. Schade. Nichts gegen deutsches Bier, aber es ist schon ein bisschen tragisch, wenn man die lokalen Brauereien, von denen es einige gibt, ignoriert um dafür Schneiders Weisse servieren zu können. Immerhin ist das Essen gut und wir sind genau dann fertig, als die musikalische Unterhaltung anfängt irgendwas von Amore, Bella vita und Italia zu trällern, während sie von einem älteren Herrn mit noch älterem Akkordeon begleitet wird. Link möchte gerne mitsingen aber wir verschonen die anderen Gäste und machen uns pünktlich zum Sonnenuntergang auf den Weg zurück an den Strand um unseren Vorletzten Abend zu geniessen.