• Ökozentrum

Jasmin, Chris, Link: Letzte Tage und Heimreise

Viel zu schnell verging die Zeit und plötzlich waren wir bereits seit 2 Wochen unterwegs und mussten uns Gedanken zu unserer Heimreise machen. Zuerst genossen wir aber noch einen wunderschönen Tag am See und kümmerten uns um die obligatorischen Mitbringsel.


Am Sonntag hiess es dann früh aufstehen und packen. Check out war bis um 10Uhr und unser Bus nach Desenzano fuhr erst um halb eins. Wir konnten unser Gepäck solange noch im B&B deponieren und uns gemütlich beim Zmorgen ein paar Gedanken zu unserer Heimreise machen. Wir beschlossen uns genügend Zeit zu nehmen und noch ein paar Stunden in Milano zu verbringen.

Das Ganze gestaltete sich dann aber ein bisschen anders als wir uns das vorgestellt haben, denn als ich am Bahnhof in Desenzano die Tickets holen wollte, wies mich ein Bahnhofmittarbeiter darauf hin, dass sie nicht genau wissen ob und wann welche Züge nach Milano, oder irgendwohin, fahren. Wir hatten uns für die Rückreise ausgerechnet einen Streiktag ausgesucht.

Zuversichtlich sassen wir dann am Bahngleis und hatten tatsächlich Glück und unser Bummler nach Milano fuhr sogar Pünktlich in den Bahnhof ein. Als Folge des Streiks war der Zug aber natürlich total überfüllt. Aus dem Sitzplatz wurde zwar nichts aber immerhin hatten wir angenehme Stehplatznachbarn die uns auch mit unserer Challenge helfen konnten.

Pro Tipp: Man macht sich in einem überfüllten Zug im Hochsommer übrigens Freunde, wenn man mit der klimafreundlichen Old School Variante der Klimaanlage, auch bekannt als ‘’Fächer’’, seinen Mitreisenden auch ein bisschen frische Luft zu wedelt ;)


Nach ca. 90 Minuten Zugfahrt waren wir dann wieder in Milano. Bevor wir uns auf den Weg in die Stadt machen konnten, mussten wir noch unser Ticket zurück nach Bern organisieren. Das ist glücklicherweise alles an Automaten möglich, denn die meisten Schalter waren geschlossen oder überfüllt von panischen Touristen. Wir lösten ein Ticket für einen Zug der in 4 Stunden fahren sollte und machten uns dann auf den Weg.


Milano ist eigentlich eine sehr schöne Stadt die viel zu bieten hat. Da sie mit dem Zug (normalerweise) relativ einfach und schnell zu erreichen ist, eignet sie sich ideal, wenn man mal ein paar Tage weg will ohne Flugzeug oder Auto. Auch innerhalb der Stadt kommt man mit der Metro schnell von Ort zu Ort, obwohl sich das Laufen auch sehr lohnt. Wirklich schnell sind wir aber nicht vorwärtsgekommen, da Chris alle paar Meter ein neues Motiv für die Kamera fand. Ich bin mir das Stopp and Go aber mittlerweile gewöhnt.

Neben Sightseeing und Schaufenster bestaunen entschieden wir uns noch für ein spätes Mittagessen (oder frühes Abendessen?) in einem ‘traditionell Sizilianischen’ Restaurant. Ich bin immer noch nicht genau sicher, was ich bestellt habe, aber es war super lecker und ich werde jetzt jedes Mal wenn ich in Milano bin dort vorbeigehen. So schnell wird man zum Klischee Stammkunden Tourist.

Happy und entspannt liefen wir zurück zum Bahnhof. In der Grossen Halle wurden wir dann von *17:29-Milano-Domodossola-Brig-Bern-…CANCELLED* begrüsst. War ja klar. Hauptsache zurück in die Schweiz, dachten wir und fanden einen Zug der nach Zürich fahren würde. Die Zugbegleiter wollten uns dann aber nicht mitnehmen und meinten nur, wir sollen es am nächsten Tag probieren. Die Leute waren sichtlich gestresst und wir wollten auch nicht lange diskutieren. Sie schienen nicht zu verstehen, dass es für uns kein Problem gewesen wäre von Zürich nach Bern zu kommen, und sowieso sei der Zug voll.

Zurück bei der Grossen Tafel machten wir dann eine andere Verbindung nach Bern ausfindig und versuchten unser Glück bei diesem Zug. Die Zugbegleiterin war freundlich und hatte eine ‘macht, was ihr wollt’ Attitüde. Sie meinte nur, dass der Zug ziemlich voll sei und das wir eventuell das Ticket anpassen müssen, was wir aber dann im Zug machen können. Good enough, dachten wir und stiegen ein. Wir machten uns keine Hoffnungen auf einen Sitzplatz und richteten uns im Zwischenabteil ein.

Die Rückfahrt verlief dann ziemlich problemlos. Wir mussten auch kein neues Ticket kaufen und waren dankbar für verständnisvolles Zugpersonal. Nach einem kurzen und hektischen Umsteigen in Brig hatten wir dann sogar wieder Sitzplätze bis nach Bern. Purer Luxus quasi.


Wir wissen nicht genau wie, aber irgendwie waren wir dann fast eine Stunde früher in Bern als wir ursprünglich geplant hatten. Vielleicht ist ja doch etwas daran an der geheimen Zeitzone im Simplon Tunnel?


Link schien sich über die vertraute Umgebung zu freuen und er steuerte schnurstracks in Richtung RBS Gleise. Schon fast unverständlich schaute er uns an als wir zuerst noch kurz einkaufen wollten, schliesslich war der Kühlschrank zuhause leer.


Abschliessend waren wir froh darum, dass wir uns für die Rückreise genug Zeit genommen haben. Es ist sicher auch ein Vorteil gegenüber dem Reisen mit Flugzeug, dass man sich meistens spontan umentscheiden oder anpassen kann. Auch mit dem Hund ist es im Zug eigentlich kein Problem, vor allem wenn es ein kleiner Hund ist und er sowieso eine eigene Tasche oder Box hat in der er schläft und sich wohl fühlt.

Natürlich muss das vorher geübt werden und ich empfehle allen, die mit dem Hund auf diesem Weg in die Ferien wollen, genügend Zeit einzuplanen um den Hund an die Umstände in Öffentlichen Verkehrsmitteln zu gewöhnen.

Gegen 22 Uhr waren wir dann endlich wieder zuhause. Wir freuten uns über ein Glas frisches Hahnenwasser und Link verzog sich recht bald in seine Box, aus der er nur nochmal rauskroch für sein Essen und die letzte Runde ums Haus. Wir waren auch ziemlich fertig und wollten nur noch duschen und schlafen, das entpacken konnte auch noch bis zum nächsten Tag warten.