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Jasmin, Chris, Link: (hin)Auf nach Gaino

Nach einer etwa einstündigen Busfahrt sind wir gestern in Toscolano Maderno angekommen. Bis zu unserem Bed & Breakfast waren es jetzt nur noch 3 Kilometer den Berg hinauf zum kleinen Dorf ‘’Gaino’’. Die Besitzerin, eine ältere Dame namens Sonia, hatte uns angeboten, uns mit dem Auto abzuholen, was wir natürlich freundlich aber bestimmt abgelehnt haben. So kämpften wir uns schwitzend den Berg hinauf, Link fröhlich vor uns herlaufend. Ist natürlich praktisch, wenn man nur 7 Kilo wiegt und die Zweibeiner das ganze Gepäck schleppen… Immerhin wurden wir mit jedem Höhenmeter (etwa 300 waren es total) mit einer noch schöneren Aussicht belohnt. Sonia war so nett und hat uns eine Wegbeschreibung mit Bildern geschickt, damit wir nicht der Hauptstrasse entlang bis nach oben laufen mussten. Dankbar um jeden Meter im Schatten und jedes kühle Lüftchen erreichten wir nach einer knappen Stunde das idyllische Dörfchen.

Beim B&B angekommen wurden wir herzlich von Sonia begrüsst und rumgeführt. Sie schien sehr interessiert als wir ihr erklärten, weshalb wir nicht von ihr mit dem Auto abgeholt werden wollten. Für sie sei es aber unmöglich, auf das Auto zu verzichten, vor allem weil kein Bus nach Gaino hinauffährt. Sie hofft allerdings, dass sich das in Zukunft ändern wird. Schliesslich gibt es mittlerweile viele ältere Menschen hier, die nicht mehr so gut selbst fahren können, und die Jungen zieht es, wie überall, eher in die grossen Städte. Einen Anschluss an den Öffentlichen Verkehr würde es für alle einfacher machen.

Der Innenhof des Hauses ist überwachsen von allerhand Pflanzen und eine Wendetreppe führt uns hinauf auf die Terrasse und den Eingang zu unserem Zimmer. Mein Gärtnerherz schlägt höher bei all den Citruspflanzen und den duftenden Kräutern. Kaum im Zimmer angekommen legt sich Link in eine kühle Ecke und wir gönnten uns erstmal eine kalte Dusche (das mit dem Warmwasser klappt hier nicht so ganz, aber bei diesen Temperaturen will man sich ja nicht wirklich über so etwas beschweren. Plus, eine kalte Dusche ist sicher umweltfreundlicher, nicht zuletzt, weil man viel schneller fertig ist ;) )


Eigentlich wollten wir dann ein bisschen auf Sightseeing Tour, doch plötzlich war der Himmel bedeckt von dunklen Wolken und es fing erst an zu Regnen und dann setzte zum zweiten Mal in dieser Woche der Hagel ein. So waren wir erneut ‘gezwungen’ zu einer Siesta.

Nach dem Gewitter machten wir uns dann auf den Weg zum Abendessen in einem kleinen Restaurant. Das Essen war köstlich und die Stimmung sehr angenehm. Auf dem Rückweg kamen wir dann noch an einem Dorffest vorbei. Auf der Tanzfläche waren verschiedene Paare, die abwechselnd Rock n’ Roll und eine Art synchronisierte Gruppentanz präsentierten. Es war sehr beeindruckend und schön zu sehen, wie die Menschen miteinander den Sommer feierten. Kinder rannten herum und belagerten den Süssigkeiten Stand, der irgendwie an jedem Dorffest gleich aussieht. Wir überlegten uns kurz, ob wir uns noch ein wenig unter die Einheimischen mischen wollten, entschieden uns dann aber dagegen. Erstens war es für Link ziemlich viel Tohuwabohu und zweitens wollten wir die Leute auch mal unter sich lassen. Gaino ist zwar nicht so touristisch wie andere Orte, aber die Bewohner hier sind sicher auch mal froh, wenn sie unter sich sein können.

Zurück beim Bed & Breakfast bewunderten wir dann nochmal die Aussicht von unserer Dachterasse über den See und Toscolano Maderno unterhalb von Gaino.


Heute sitze ich schon den ganzen Tag auf dieser Terrasse und geniessen unseren ‘’nichts tun Tag’’. Nichts tun bedeutet für alle ein bisschen etwas anderes. Link ist eindeutig der Gewinner beim nichts tun, denn er erholt sich von der vergangenen Woche in dem er einfach rumliegt und schläft. Chris wollte sich zuerst um die Bilder auf der Kamera kümmern doch irgendwie gibt es ein Problem mit der Speicherkarte, deshalb hat er jetzt resigniert und hat sich mit seiner Nintendo Switch aufs Zimmer verzogen. Und ich hatte wohl ein bisschen zu viel von Sonias Kaffee zum Frühstück, denn ich nutze meine ‘’nichts tun’’ Zeit für den Reisebericht und die Planung für die morgige Wanderung. Und im Anschluss freue ich mich, das ich endlich mal ein bisschen Zeit habe für mein Buch :)