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Gina: Von netten Begegungungen und Sauberkeitsgefühlen

Kaum haben wir gestern Morgen unsere Köpfe aus dem Zelt gestreckt, wurde uns, wohl von der härzigsten Oma ganz Österreichs, Frühstück angeboten. In der alten Gaststube der Bauernfamilie, bei der wir im Garten schlafen durften, geniessten wir Kaffee, Tee und Kuchen und erzählten von unser Reise.

Zum Abschied war die ehemalige Wirtin und Oberhaupt der Familie zu Tränen gerührt und wünschte uns eine sichere Reise. Diese Begegnung mit dieser herzlichen Frau wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben.

Die weitere Fahrt war am Anfang etwas zäch (wie man auch in Österreich sagt), da ich mich überhaupt nicht fit fühlte. So beschlossen wir recht schnell, dass wir nicht "wild" Campen sondern uns ein Campingplatz suchen. Einen 5 Sterne Campingplatz, mit einem kleinen Seeli zum schwimmen, in Spielberg war Motivation genug, dass wir schlussendlich etwa 75km geschafft haben!


Der Weg dorthin führte uns Mal neben Autobahnen und befahrenen Strassen, durch Wälder und über Hügel, vielen kleinen Dörfern, die meist nur aus wenige Häuser bestanden, und grösseren Städte vorbei.

Kaum auf dem Campingplatz angekommen, sind wir ins Seeli gehüpft und haben uns die 1. Dusche seit dem Start unserer Reise gegönnt. Ausserdem konnten wir noch unsere stinkendsten Kleider mit Handwäsche mal waschen. So sauber waren wir schon lange nicht mehr.

Zum Abendessen gabs Mal nicht “Aus dem Campingkocher“ sondern Pommes und Tiefkühlgemüse, das einzige vegane im Camping Restaurant. Schade. Immerhin mussten wir nicht abwaschen.


Jetzt sind wir soeben aufgestanden, also eigentlich liege ich immer noch im Zelt, und sobald wir wieder alles verpackt haben (was übrigens eeeeeewig geht, bis bei meinen kleinen Radtaschen alles Platz gefunden hat...) und wir noch ne Runde im See geschwommen sind, gehts weiter Richtung Judenburg.

Mal schauen, wie weit wir es Heute schaffen. Bis Montag Früh, müssen wir übrigens in Zederhaus sein, für unser “Wildbienenbestimmungsintensivkurs“. Ob wir die restlichen 140km noch mit dem Rad schaffen, oder ob wir ein Teil doch mit dem Zug machen, sehen wir ja noch. Und jetzt gehe ich schwimmen!


Und die erste Interaktionsaufgabe "Sammle spannende Facts zum Thema nachhaltiges Reisen von Leuten unterwegs und erfahre auf diesem Weg, was sie bereits darüber wissen" ist gelöst:

Ein älterer Herr auf dem Rennrad, der uns auf dem Weg über einen Hügel begegnet ist, hat erzählt dass er schon von Osten nach Westen von Österreich geradelt ist. Ausserdem leiht er sich in den Ferien immer ein Fahrrad, um die Gegend mit dem Fahrrad zu erkundigen. Wie er denn zu der Feriendestination gelangt und ob das nachhaltig ist wollte er uns nicht recht sagen. Wir vermuten, dass es halt doch das Flugzeug war.... Auf dem Semmeringpass haben wir wild mit der Barmann und zwei Gästen diskutiert, ob jetzt ein voll beladenes Auto oder ein halb leerer Zug nachhaltiger ist. Dass aber der Zug generell nachhaltiger ist, als das Auto, wollten sie uns nicht recht glauben. Generell, haben uns alle von ihren Radreisen erzählt, wenn wir von “nachhaltig Reisen“ geredet haben. Wohl aber eher, weil wir selber mit dem Rad unterwegs sind, und nicht weil sie immer nachhaltig mit dem Velo reisen. Man sieht, da gibts noch einiges an Aufklärungs- und Diskussionsbedarf.

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