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Gina: Gedanken zu einem etwas anderen Sommer

Am 3. Juli 2019 bin ich von Wien aus Richtung die Schweiz geradelt. Die genaue Reise könnt ihr unter www.jointhejourney.ch lesen. Und jetzt, ein Jahr später bin ich mit dem Zug wieder nach Wien gefahren. Freunde besuchen, Stadtluft schnuppern und vor allem ein Klimacamp auf die Beine stellen.

Während meines Austauschsemesters 2019 in Wien bin ich mit dem Klimacamp bei Wien in Kontakt gekommen, habe mitgeholfen beim Auf- und Abbau, habe Freunde fürs Leben gefunden und bin immer noch ein Teil vom Team. Auch diesen Sommer sollte wieder ein Klimacamp mit vielen Workshops, Austausch, zusammen kochen und im Zelt schlafen, stattfinden. Wegen gewissen Umständen, die uns allen bekannt sind, mussten wir es jedoch absagen. Dafür haben wir jetzt das Stadt(t)klimacamp auf die Beine gestellt, welches vom 31. August bis 4. September stattfindet, mit einigen Workshops, die über die ganze Stadt verteilt sind. Und für dieses kommende Event, um neue Ideen mit dem Team zu sammeln und weiter zu denken, bin ich im Juni wieder nach Wien gefahren. Das funktionierte auch mit Maske sehr gut. 😉


Ich selber war diesen Sommer nicht gross am Reisen, ausser eben für ein paar Tage in Wien, sondern viel im Wald und habe tolle Pflanzen und Tiere gesehen, wie dieser schöne Schmetterling namens Landkärtchen oder der Farn der grösser war als ich.

Das Reisen während Corona-Zeiten gestaltet sich für Viele etwas schwierig, weil Gewohntes nicht mehr gemacht werden kann. Doch Einige haben sich diesen Umständen angepasst und versuchen das Beste daraus zu machen. Deshalb hier ein paar Impressionen und Ideen von andern Menschen, wie nachhaltiges Reisen während dieser schwierigen Zeiten funktionieren kann:

Ein guter Freund aus Deutschland, der sonst immer am Autostöpple ist, machte jetzt einfach eine Velotour durch Deutschland. Andere sind vom Zug aufs Velo gestiegen. Allgemein fallen mir viel mehr Velofahrer auf, die mit Sack und Pack neben Flüssen und Seen und über Stock und Stein fahren. Letztens habe ich ein halbes Dutzend Jugendliche, die waren zwischen 16 und 18 Jahre alt, mit dem Velo gesehen. Anhand des Gepäckes, das sie dabei hatten, waren auch sie auf einer Velotour. Das war an sich nichts Spezielles, aber wie sie ihr Gepäck verstaut haben, fand ich sehr toll. Anstelle teure Velotaschen zu kaufen, habe sie ihr ganzen Plunder in eine Sporttasche oder einen grossen Einkaufssack getan und mit einem sticknormalen Velochörbli vom Mami auf dem Gepäckträger transportiert. Super! So simpel. Wie ich bereits in meinem Bericht von letztem Jahr geschrieben habe, braucht es nicht immer das Neuste und Beste. Das nehmen, was man hat, selber machen oder ausleihen schonen nicht nur das Portemonnaie, sondern auch unsere Umwelt.

Allgemein denke, oder hoffe ich, dass diese Pandemie doch etwas Gutes hatte. Viele Schweizer blieben in der Schweiz und haben dieses sehr schöne Land mal richtig genossen und sind nun nicht mit dem Flugzeug durch die halbe Welt geflogen. Es wäre sehr schön, wenn in den nächsten Jahren dieser Trend «Zuhause Ferien machen» weiter leben könnte. Zwar ist der Sommer bald zu Ende, aber ich appelliere an alle Menschen, die diesen Text lesen: Geht vor eure Haustüre in den nächsten Wald und sucht euren Lieblings Baum, kramt euer Velo oder Rollerblades aus dem Keller und fahrt mit einem eurer Lieblingsmenschen zum nächsten Wasserfall, Fluss, See oder Bächli, ladet den Nachbarn oder die Nachbarin zum Kaffee ein und geht mit eurem Grossi spazieren. Das sind alles Dinge, die einem, auch wenn nur kurz, in eine fremde Welt holt ohne Stunden lang am Flughafen auf sein verspätetes Flugzeug zu warten und ohne dass man unnötig viel CO2 in die Luft schleudert. Geht raus und geniesst die Natur, die Schweiz hat viele wunderbare Stellen die euch verzaubern.

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