5.8.2018: Die Reise geht zu Ende

KATJA UND MIMI

Nach der zweiwöchigen Challenge ist uns einiges ein- und aufgefallen, wie man Städtereisen nachhaltiger gestalten könnte. Natürlich sind wir bei Weitem noch keine Profis und lernen auch ständig dazu, aber vielleicht helfen unsere fünf Ideen anderen bereits etwas weiter.

 

  • Zug statt Flugzeug ist möglich!

Natürlich wussten wir das vorher schon, aber wir haben mit vielen Menschen gesprochen, die offen zugaben, dass sie aus Komfort- oder Preisgründen öfter das Flugzeug nehmen. Bucht man jedoch früh genug, können Züge auch günstig sein und sind- unserer Meinung nach- sogar komfortabler. Beim Reisen in Nachtzügen merkt man den Zeitaufwand gar nicht gross, da man den Grossteil der Reise schläft. Leider gibt es diese Angebote momentan nur noch in einer begrenzter Auswahl an Städten. Würden aber mehr Menschen den Zug nehmen, würde auch die Nachfrage wieder steigen und weiter Destinationen würden wieder dazukommen!

  • Lokale Ho(s)tels statt internationale Ketten buchen

Wir haben bei der Auswahl unserer Unterkunft darauf geachtet, dass wir nicht die grossen, internationalen Hostelketten buchen, sondern kleinere Betriebe, die im besten Fall auch auf ihre eigene Nachhaltigkeit achten. Von solchen Hostels haben wir ja schon in vorherigen Blogposts erzählt. Mit etwas google-Recherche ist es oft kein Problem, solche Angebote zu finden.

  • Free Walking Tour / Fahrrad statt “Hop On Hop Off-Busse”

Je grosser die Stadt, desto grösser das Angebot an Rundfahrten, allen voran die Busse, bei denen man beliebig aus- und wieder einsteigen kann. Unserer Meinung nach, entdeckt man eine Stadt aber am besten zu Fuss: man kommt überall hin & kann sich Zeit nehmen, etwas genauer anzuschauen. Free Walking Tours sind dazu sehr empfehlenswert: passt in jedes Budget, da man selbst entscheidet, wie viel Trinkgeld man geben möchte.

Auch öffentliche Fahrräder sind in den meisten Städten angekommen und sind ein tolles Mittel, um von A nach B zu kommen.

  • Souvenirs: Einzigartiges statt Massenware

An Stelle von Schneekugeln oder billiger Massenware aus China eher auf lokal produzierte Souvenirs setzen. Wir haben so weit wie möglich in solchen Läden eingekauft. Hier unsere Entdeckungen:

Prag: Pragtique (http://pragtique.cz)

Bratislava: Zeppelin Cafe & Souvenirs (https://www.zeppelincafe.sk): haben auch tolle Kuchen!

Budapest: Printa (https://printa.hu) oder der kleine Design-Shop von der Ruin Bar Szimpla (https://www.facebook.com/pg/szimpladesignshop/about/?ref=page_internal)

  • Geniessen statt Sehenswürdigkeiten jagen

Möglichst volle Tage planen, um ja kein Must-See verpassen, möglichst schnell alles sehen, um dann möglichst schnell in die nächste Stadt zu reisen: so erlebten wir den Städtereise-Tourismus. Das finden wir nicht nachhaltig. Wir haben in unseren zwei Reisewochen extra «nur» drei Destinationen eingeplant, um überall genug Zeit zu haben. Das hat sich gelohnt, wir konnten uns immer etwas einleben, während andere Reisende, die nur 1-2 Nächte blieben, stets etwas gestresst wirkten.

Zum Schluss bleibt uns nur noch ein riesengrosses Danke übrig. An die anderen Teams, deren Blogeinträge wir zwischendurch immer gerne gelesen haben, an das Ökozentrum und insbesondere Christine für den Start dieser Challenge und euch lieben Lesenden, dass ihr unsere Reise verfolgt habt! Wir freuen uns über Feedback, Gedankenanstösse, Diskussionen usw. an der Schlussveranstaltung im September.

 

CHARLOTTE

 

VERONIKA

  

Auch die dritte Challenge wurde natürlich gelöst. Gleich zwei Postkarten machen sich auf den Weg in die Schweiz, um Medienpartner Radio RaBe und dem Verantwortlichen der BKB von meiner Reise zu erzählen und für die Unterstützung zu danken. Geschrieben hat sie meine wunderbare Gastgeberin der letzten Tage. An sie, die Postkartenempfänger und natürlich das Ökozentrum geht ein grosses Dankeschön, von ganzem Herzen.

 

EVA UND MARIA

Wir sind nun auf dem Heimweg unserer Reise und blicken auf tolle Tage zurück in einer uns bisher unbekannten Ecke Europas. Die Berge erschienen uns optimal, um die heissen Tage geniessen zu können.

In den Nächten kühlte es schön ab, es wehte stets eine frische Brise und wir kamen zu tollen Abkühlungen in eiskalten Bergbächen. Wir lernten die Region Südtirol als äusserst besuchenswert kennen, da die Landschaft und die Gastfreundschaft beeindrucken und nachhaltig Freude bereiten.


 

VERONIKA

Nach einem wunderbar entspanntem Tag an und in der Donau ist er da, der letzte Tag dieser Reise. Morgen geht es wieder zurück nach Basel. Mit im Gepäck sind neben mehr Wadenmuskeln vom vielen Radeln nicht nur Pilzpesto, Knoblauchsamen und Wildkräutersalz; ich kehre auch mit mehr Know-how heim, mehr Ideen und Möglichkeiten, nachhaltiges (Zusammen)Leben zu gestalten. Vor allem aber bin ich bestärkt – es gibt so viele Wege, es gibt so viele Projekte, so viele Menschen mit dem gleichen Ziel: Unseren Planeten zu erhalten, wertschätzend mit ihm und seinen Geschöpfen umzugehen und gutes Leben für alle zu ermöglichen.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass es Themen gibt, die einfach überall auftauchen, wo es Gemeinschaft gibt: Regeln vs. Autonomie, Verantwortlichkeiten und Pflichten, Sauberkeit, Privatsphäre vs. Gemeinschaft und Öffentlichkeit usw. Damit müssen wir uns immer wieder auseinandersetzen – die Frage ist nur wie.

Nachhaltig und suffizient leben – viel kann darunter verstanden werden. Wirklich Sinn ergibt es für mich erst, wenn versucht wird, in allen Lebensbereichen so zu handeln. Ein langer Weg, aber: Man ist nicht allein, viele Menschen zeigen schon auf, wie es gehen könnte.

Nun zieht es mich nach Hause. Denn das Wissen ist das eine – Taten sind das andere. Ich habe gesehen, was verschiedenste Menschen auf die Beine stellen, mit den Ressourcen, die sie eben haben. Jetzt ist es für mich an der Zeit anzupacken, damit es nicht mehr heisst „lokaler soll es werden“ sondern „lokaler Wirz“ – äääh, „lokaler wird’s“!