30.07.2018: die zweite Woche beginnt

CHARLOTTE

 

EVA UND MARIA

Hiking! In letzter Minute haben wir uns für das Wanderabenteuer entschieden und sind doch nicht auf Velos umzusteigen. Der etwas ledierte Fuss schien Laufen doch nicht ganz abgeneigt zu sein und auch uns zog es in die Höhe. Während der Zugfahrt versuchten wir die Route etwas kürzer zu gestalten. Nach ein paar Anrufen wurde aber klar, dass alle Hütten komplett ausgebucht sind. Somit blieben wir bei unserer alten Route. Beim Start unserer ersten geplanten Etappe übersahen wir das Umleitungsschild grosszügig und landeten schliesslich im Baustellengraben, den wir locker durchkletterten.

Wir genossen den Hüttenaufenthalt und da unsere neue Wanderbekanntschaft von einem leichteren Rucksack träumte, wurden wir zum Schluss des Tages noch reichlich mit Dörrtomaten beschenkt. Heute erblickten wir die atemberaubende Natur der Dolomiten und freuten uns  zu früh über eine Übernachtung in der hochgelobten Büllelejochhütte.

Leider hatten wir uns bei der Buchung mit dem Datum vertan. So standen wir ohne Schlafplatz im Hochgebirge. Als letzter Ausweg tauchen wir unangemeldet in der nahe gelegenen Drei Zinnen Hütte auf, wo wir mit grossem Glück in den Genuss eines luxeriösen Zweierzimmers kamen. Eigentlich ist auch diese Hütte zum Bersten voll und wir können etwas Luft von der UNESCO-Chilbi schnuppern. Aus der Küche duftets jedenfalls schon wunderbar nach Abendessen :-).

 

VERONIKA

Mir wurde die Aufgabe gestellt, ein Essen mit / für andere(n) Menschen zu kochen – mit Zutaten aus dem Umkreis von 50 Kilometern. Kein Problem! Per Zufall hatten wir nämlich genau das getan, bevor ich überhaupt von der Aufgabe wusste. Hier das Menü:

Nudeln (aus der Region)

Tomatensauce

  • Tomaten aller Grössen, Farben und Sorten aus dem eigenen Garten

   

  • Paprika (schweiz. „Peperoni“) aus dem eigenen Garten
  • Zwiebeln und Knoblauch aus der Region
  • Basilikum aus dem eigenen Garten
  • selbst hergestelltes Kräutersalz mit Kräutern aus dem eigenen Garten

Pilzsauce

  • verschiedene Pilze aus eigener Produktion (ja!!) und dem angrenzenden Wald

  • Petersilie aus dem eigenen Petersilienwald im Garten
  • Soja-Sahne… hätten wir es gewusst, wäre auch ein regionaler Weisswein gegangen. Naja. Das Soja wird auf jeden Fall in Europa produziert, Österreich oder Frankreich, wenn ich mich nicht irre.

Damit hatten wir also eine wunderbar nahrhafte und leckere Mahlzeit, ganz ohne Tier und ohne viele Kilometer. Leider gibt es vom Endprodukt kein Foto – wir waren hungrig und das Essen war gut… Aber probiert es einfach selbst aus, es schmeckt!

 

KATJA UND MIMI

Nachdem wir dank der Interaktionschallenge einen wunderbaren letzten Abend in Prag verbringen durften, ging es am Vormittag weiter in Richtung Bratislava.

Während der vierstündigen Zugfahrt lassen wir die vergangenen vier Tage Revue passieren. Unser Fazit von Prag: unglaublich prunkvolle Architektur, viele schöne Parks / Aussichts-punkte und tolle Leute. Aber als Fünfplatzierte auf der Liste der meistbesuchten Städte Europas bekommt man den Massentourismus schon auch immer wieder zu spüren.

In Bratislava angekommen, fällt uns als erstes die Gemächlichkeit auf. In aller Seelenruhe sind die Menschen unterwegs, das steckt uns an! Völlig entspannt schlendern wir nach dem Einchecken im Hostel durch die Gassen der Altstadt und lassen die Stadt etwas auf uns wirken.

Auf Empfehlung haben wir im Slovak Pub zu Abend gegessen. Wir waren anfangs etwas skeptisch, da es schon sehr nach einem Restaurant einzig und allein für Tourist_innen aussieht. Wir sind aber vom Ambiente positiv überrascht und auch das Essen spricht für sich. Wir probieren Bryndzové halušky, wahrscheinlich das typischste Slowakische Gericht: Kartoffelspätzli an einer Sauce aus slowakischem Schafsmilchkäse (bryndza).

Das Slovak Pub stellt die Produkte alle selbst her und zwar auf ihrem eigenen Bio-Bauernhof: wir sind Fan!

Nach einer ziemlich kurzen Nacht (momentan sinken die Temperaturen Nachts nur selten auf unter 20 Grad, was das Schlafen erschwert), machen wir uns im Hostel daran, ein bisschen Wäsche zu machen. Zum Glück besitzt unser Hostel mehrere Waschmaschinen und das gute an der Hitze: alles trocknet sehr schnell.

Den restlichen Tag verbringen wir Glace essend und lesend am Donauufer und geniessen die Sonne. Dabei fallen uns speziellen Sitzbänke auf: mit Solarpanels ausgestattet, sammeln sie Energie und bieten dafür verzweifelten Smartphonenutzer_innen eine Steckdose, um ihren Geräten neues Leben einzuhauchen. Die Idee finden wir spannend und nach kurzer Internetrecherche (Wifi gibt’s auf diesen Bänken nämlich auch), finden wir heraus, dass es sich dabei um Steora street benches vom Start-Up include handelt. Auf ihrer Website schreiben sie: Our mission is to find undiscovered potential around us, and use it to create amazing technology products, designed to improve lives of urban users.

Nicht nur Bratislava hat diese Hightech-Strassenmöbel, auch in anderen europäischen und nicht-europäischen Städten sind sie zu finden (u.a. Prag, Budapest, Stockholm, Dubai). Angeblich auch irgendwo in der Schweiz, wo genau haben wir leider nicht herausgefunden.

Mehr Infos hier: https://www.include.eu/de/steora//

Morgen wird wieder viel gelaufen: auch Bratislava hat einen Schlosshügel, welcher darauf wartet von uns erklommen zu werden. Wir melden uns dann wieder mit den schönen Panoramafotos.